Basil Schwerzmann

 

Der Tanz setzt mit der Eröffnung von Akt eins und zwei und den verschiedenen Intermezzi Stimmungsakzente. Die Bewegungssprache passt sich der Zeitlosigkeit des Stückes an; rhythmisches Stampfen, welches uns vielleicht an Nijinskys Sacre du Printemps erinnert, trifft auf “Forsythe improvisation technology” und eine Revoltade begegnet dem Charleston. Jiri Kylian sagte mehrfach, dass Timing das wichtigste ist, so verfolgt es auch mich im Prozess des Choreografierens. Ich lege grossen Wert auf die Kommunikation mit der Komposition, vor allem der rhythmischen Besonderheiten.

 

Der erste Akt beginnt mit einem geheimnis- und spannungsvollen Wabern. Der darauffolgende “Danza di morte” trauert nicht um den Tod, sondern führt uns an den Abgrund des Todes, dank seiner Nähe entsteht der Kontrast der uns die Quelle des Lebens zu schätzen lehrt. Der „Danza di Frivola“ verkörpert Unbekümmertheit und Lebenslust und lässt dem Publikum einen Moment der sorgenlosen Freude. Er ist komplementär zum „Danza di morte“. 

In der zweiten Szene setzt sich der Tänzer im “Zeitlosen Liebestanz” mit der Liebe ohne Partner*in auseinander und begibt sich auf eine schmerzvolle Odyssee.

Zur Eröffnung des zweiten Aktes kommt der Unsichtbarkeitstanz ein “pas de deux”, in welchem Tanzende und Musik sich finden und verlieren; Raum und Zeit bleiben unklar.

In der Szene des Lazarettes dominiert die Tänzerin die Bühne und den Raum. Sie steht für das vermeintlich unüberwindbare System und verlangt bedingungslosen Gehorsam. Diese Stimmung wird im weiteren Verlauf vertieft.

Im dritten Akt vereinen sich die Räume aus Tanz, Gesang und Schauspiel zu einem Bühnenkörper.

Die Choreografie entsteht von Beginn an in enger Zusammenarbeit und gemeinsamer Erarbeitung mit der Regie.